Freitag, 8. Juli 2011

bibelkreis-hauskreis-muenchen: 8 July 1969: Jones drowned while 'drunk and drugge...

bibelkreis-hauskreis-muenchen: 8 July 1969: Jones drowned while 'drunk and drugge...: "Eine der bekanntesten Bands aller Zeiten sind die Rolling Stones. Allein schon deswegen, weil die alten Herren mittlerweile seit 46 Jahren ..."

8 July 1969: Jones drowned while 'drunk and drugged'

Eine der bekanntesten Bands aller Zeiten sind die Rolling Stones. Allein schon deswegen, weil die alten Herren mittlerweile seit 46 Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen und somit selbst im harten Rockbusiness eine Kuriosität darstellen. Die Besetzung der Band ist im Wesentlichen immer gleich geblieben, bis auf einige Ausnahmen. So verlies der Mitgründer, Lead-Gitarrist und anfänglicher Bandleader der Stones bereits 1967 die Band. Er wurde ersetzt von Mick Taylor und der wiederum wurde schließlich von Ron Wood beerbt. Schließlich verließ der altgediente Bassist der Stones, Bill Wyman, die Band, um seinen verdienten Ruhestand zu genießen. Doch Mick Jagger und Co. können es nicht lassen. Nach dem Motto: „It’s Only Rock ‘n’ Roll But I Like It.“ Brian Jones starb am 3. Juli 1969 einen elenden Tod. Er ertrank in seinem Swimmingpool.
Dabei fing einmal alles so gut an für den kleinen Brian. Als geliebtes Kind seiner Eltern lernte er im frühen Kindesalter bereits Klavier von seiner Mutter. Er war musikalisch hochbegabt und beherrschte bis zu seinem 15. Lebensjahr mehr als sieben Instrumente. Er war ein echter englischer Sonnyboy: Smart, charmant und wortgewandt. Leider galt er aber auch als sehr launisch und somit charakterlich nicht einfach. Und er haut gern über die Stränge. Mit 19 hat Jones bereits drei uneheliche Kinder. In diesem Alter steht für ihn fest, dass er Musiker werden will. Seine große Leidenschaft ist der Blues, der ihn nach London zieht. Dort macht er die Bekanntschaft mit Alexis Korner, seineszeichens einer der besten Bluesmusiker der damaligen Zeit. Über Korner lernt er Mick Jagger und Keith Richards kennen.
Es ist die Geburtsstunde der Rolling Stones und wir schreiben das Jahr 1962. Brian wird wegen seiner herausragenden Musikalität sofort anerkannter Leader der Band. Bis 1965 spielt er ausschließlich Leadgitarre, danach ist er jedoch instrumental vielseitig. Er spielt Flöte zu „Ruby Tuesday“, Sitar bei „Paint it black“, Marimbaphon bei „Under my Thumb“, Akkordeon bei „Backstreet Girl“ sowie das Hackbrett, Cembalo, Kazoo, Banjo, Orgel, Piano und diverse Blasinstrumente. Die musikinstrumentalen Facetten finden wir jedoch nur in der Zeit von 1965-1967.
Der Lebensstil von Brian wird immer exzessiver. Er lässt sich von seinen weiblichen Fans quasi vergöttern. Er wird hofiert von Leuten wie Andy Warhol und Tom Wulf und ist der meistfotografierteste Beau der internationalen Rockszene. Er trank zuviel, rauchte zuviel Pot und nahm zu viele Uppers und Downers. Bei der Amerikatournee 1964 ist er unzuverlässig und undiszipliniert und provoziert somit eine Distanz der anderen zu ihm. Ähnliche charakterliche Tragödien sehen wir bei Jim Morrison und Syd Barrett. Die sukzessive Trennung von den Stones ist vorprogrammiert. Das neue Erfolgsteam der Stones Jagger/Richards scheinen den Egomanen Jones nicht mehr zu brauchen.
Diese Tatsache kränkt ihn so sehr, dass sein Drogenkonsum nochmals rapide ansteigt. In den Jahren zwischen ‘65 und ‘68 hatte er ungezählte massive Zusammenbrüche, die immer im Krankenhaus und manchmal im Gefängnis enden. Er wird zunehmend paranoid und zieht sich von der Band zurück. Sein Selbstmitleid ist auch darauf zurückzuführen, dass er seine große Liebe Anita Pallenberg an Keith Richards verloren hat. Fast alle seine Freundinnen ähneln im Aussehen erschreckend der Pallenberg.
Im Jahre 1968 haben die Stones erkannt, dass Brian Jones keiner der ihren mehr ist. Sie speißen ihn ab mit 100000 Pfund, von denen er sich ein Landhaus kauft. Er hat große Pläne, die jedoch nie verwirklicht werden. Er möchte mit Jimi Hendrix die berühmteste Band aller Zeiten aufbauen. Berühmter als die Stones, die Beatles und CCR.
Sein Traum wird jäh beendet in der Nacht des 3. Juli 1969. Er und seine Freundin haben Besuch von einem befreundeten Paar und nach einem langem Abend mit viel zu viel Whiskey und Joints beschließen alle im Swimmingpool zu baden. Die beiden Frauen und der Bekannte sind bald wieder im Haus und wundern sich nach einigen Minuten, dass Brian nicht nachkommt. Seine Freundin sieht nach um zu sehen wo er bleibt und findet ihn ertrunken auf dem Boden des Swimmingpools. Die Obduktion ergibt „Tod durch Ertrinken“. Der genaue Sachverhalt wird jedoch niemals wirklich geklärt. Bis heute gibt es die wildesten Spekulationen um den Tod dieses Mannes.
Warum sterben so viele Rockmusiker in jungen Jahren? Ist es wirklich „nur“ der Lebensstil? Oder ist es vielleicht eine Art Tribut, gewissermaßen ein Preis für den Erfolg der Übriggebliebenden? Man kann viel in diese Thematik hineindichten und von jeder Seite vom Pferd fallen. Fakt ist jedoch, dass Brian Jones und seine Bandkollegen von den Stones mit dem Satanischen geliebäugelt haben. Ihre Texte geben darüber genug Auskunft. Sei es „Sympathy For The Devil“ oder eine ganze Scheibe mit dem Namen „Their Satanic Majesty Request“. Offenkundig lassen sich die Stones von dem okkulten Filmemacher Kenneth Anger beeinflussen. Selbst Anton LaVay, der Begründer der Satanskirche in Amerika, gibt den jungen Musikern Anleitung in okkulten Praktiken. Man kann und darf nicht alles verteufeln, was sich in der Rock- und Popkultur abspielt. Aber es ist nur zu offensichtlich, dass Menschen wie Brian Jones, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Kurt Cobain etc. einen Lebensstil teilen, der fern von jeglicher Moral und Gottesfurcht seinen Preis fordert. Wie so viele andere ist auch Brian Jones wie ein kleiner Junge, der sich nach Liebe und wahren Freunden sehnt. Leider hat er an den falschen Stellen danach gesucht und alle Versprechungen, die er einst bekam, werden nicht erfüllt. Im Gegensatz dazu hält Gott seine Versprechen, weil er ein Gott der Wahrheit und der Liebe ist. Gott verspricht dir Freiheit. Er sagt: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen. Wenn der Sohn Gottes euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei. (Johannes 8,31+32+36). Von Ali   

Montag, 4. Juli 2011

“All In” – Jugendgottesdienst in der FeG München-Mitte am 9. Juli

Am 9. Juli findet bei uns in der Freien evangelischen Gemeinde München-Mitte Mozartstr.12 ein Jugendgottesdienst statt, veranstaltet von den M12-Teens und M12-Jugendlichen. Unser Pastor Matthias Lohmann wird zu dem spannenden Thema “All In” predigen und auch ein wenig aus seinem Leben und der Kehrtwende, die er Mitte 20 vollzogen hat, erzählen. Es wird mit Sicherheit ein sehr spannender Abend, deshalb kommt vorbei und lasst euch überraschen!

Sonntag, 3. Juli 2011

Jim Morrison lag vor 40 Jahrenlag, am 3. Juli 1971 leblos in der Badewanne.

Schon in sehr jungen Jahren durchbricht Jim Morrison intellektuelle Grenzbereiche, vielleicht um ein besseres Land als die alten States of America zu entdecken. Er zieht dieses Verhalten durch sein ganzes Leben wie einen roten Faden, bis in unendliche Weiten diverser Drogenfilme hinein. Inspiriert von den ’Pforten der Wahrnehmung’, durchstreift Jim Morrison die Realität nicht nur in seinen Lyrics sehr intensiv und findet abgeschnitten von aller Vernunft, den Eingang in ein kurzes Leben. Break on trough to the other side…
James Douglas Morrison wurde 1943 in Melbourne geboren. Die berufliche Laufbahn seines Vaters, ein Marineoffizier, bewegte die junge Familie oft zum Umziehen. Der karriereorientierte Vater stand der Familie mit 3 Kindern kaum zur Verfügung. Höchstens im Befehlston. The unknown soldier…. Er macht seine Abwesenheit seinem Erstgeborenen gegenüber wieder wett und beschenkt Jim mit Büchern. Schon bald taucht der kleine Jim in die Welt der Literatur und treibt in die Arme Ginsberg, Camus und Rimbaud. Mit 12 Jahren entdeckt Jim das eigene Schreiben und die bezaubernde Kunst, Einfluss auf Menschen durch Poesie zu nehmen. Man bescheinigt ihm einen IQ von 149.
Ein traumatisches Kindheitserlebnis spiegelt sich in späteren Songtexten und Gedichten wieder. Jim war gerade 4 Jahre alt, als er vom Auto aus einen tragischen Verkehrsunfall mit ansehen muss. Einige Indianer waren von einem Lkw erfasst worden und lagen nun blutüberströmt und sterbend auf dem Highway. Sein Vater fragt umherstehende, ob schon Hilfe gerufen wurde, fährt aber selbst von dem Unfallort weg. Jim fängt an bis ins hysterische zu protestieren, doch seine Eltern reden ihm ein, alles sei nur ein Traum gewesen. Später sagt Jim Morrison dazu aus, dass an diesem Ort die Geister der toten Indianer in seinen Kopf eingedrungen sind. Er fühlt sich Zeit seines Lebens mit einem großen Schamanengeist verbunden.
Jim Morrison entwickelt sich zu einem widersprüchlichen Charakter. Gleichzeitig ist er scheu wie auch provozierend. Immer wieder testet er gesellschaftliche Grenzen aus. In seinen Jugendjahren gelingt es niemanden, ihn in geordnete Bahnen zu erziehen. Literarisch öffnet er sich für die Welt des Abgründigen. Mystische Literatur über Hexen und Dämonie fesseln ihn. Zauberwelten und Illusionen geschaffen über diverse Medien faszinieren ihn. Nach dem College beginnt er das Studium der Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt ‚Film’. Doch neben seinen gewagten Verhaltensweisen stempeln ihn auch seine markanten Filmchen zu einem ‚auffälligen Studenten’ ab, und der verkannte Künstler verlässt sein Medium.
1965 nistet er sich in Venice ein, Kalifornien. Direkt am Meer lagert sich hier das derzeitige Kunst- und Drogenmekka. Jim Morrison lebt auf dem Dach eines Hauses und gibt sich unter offenem Sternenhimmel seinen Visionen hin. Waiting for the sun… Halluzinogene Drogen begleiten ihn auf seinen Reisen. Ganz Amerika erlebt in dem Jahrzehnt einen gesellschaftlichen Aufbruch. Viele Menschen spüren eine neue Welt aufgehen. Oder wünschen es sich. Die Geburtsstunde der Hippiebewegung ist gekommen. Irgendwo zwischen diesen Wehen trifft Jim Morrison mit seinen erleuchteten Texten auf Ray Manzarek, der sofort begeistert ist und den jungen Dachpoeten motiviert, mit ihm als Organisten eine Band zu gründen. Gitarrist Robby Krieger und Drummer John Densmore kennt man aus einem Kurs für transzendentale Meditation. ,The Doors’ finden sich. Als Musiker wollen sie Werkzeug sein, um die begrenzte Wahrnehmung der Realität zu durchbrechen. Fieberhaft kommen erste Proben zustande, sogar eine Demoplatte wird produziert, doch der erhoffte Erfolg bleibt erst mal aus. Stattdessen lernt Jim Morrison seine zukünftige Frau kennen, Pamela Courson. Come on baby light my fire…. 1966 kommt es endlich zu ersten Angagements der Band in angesagten Clubs, und der Bekanntheitsgrad der Doors entwickelt sich wie ein Lauffeuer. Nach dem „London Fog“ lichtet sich ihre Zukunft schliesslich im „Whiskey-a-Go-Go“, wo die Band von dem Chef der Plattenfirma Elektra entdeckt wird. Sie produzieren in ein paar Tagen eine gekonnte Platte, die im März 1967 die US-Hitparade erstürmt. Riders on the storm…… Kritiker bezeichnen den neuen Sound als surreal und wütend, als psychedelisch und exorzistisch. Alkohol- und Drogenexzesse finden auf der Bühne statt. Morrison visioniert live vor seinem Publikum und vollführt ganze Schamanentänze. In Höhepunkten wirkt er wie ein Mensch, der böse Geister durch sich channeln lässt, von schlechten Mächten geborgen. Die Leute sind entweder entsetzt, oder lassen sich in eine Euphorie anstecken. Der eigentlich schüchterne Poet, wird bekannt als der Engel der Zerstörung, Sexgott und Wizard King.
The Doors versprühen neuartige Funken in das Bewusstsein der Amerikaner und entzünden das Land mit erfolgreichen Tourneen. Nach dem 3. Album fängt auch Europa Feuer. Morrison versammelt alle Rocklegenden um sich, zu noch legendäreren Saufgelagen. Er befindet sich auf den Gipfel der Rockgeschichte. Doch er fühlt, dass er sich immer weiter von seiner ursprünglichen Vision entfernt. Der ganze Starruhm lässt erste Gedanken über ein bitteres Showgeschäft zu. Gebiert einen vermarkteten Jim Morrison. Nicht seine Kunst, nicht sinnlicher Rock und intelligente Poesie sind bejubelt, sondern Sexappeal und Leder. Nur wenige wussten, dass Morrison wegen starken Alkoholkonsum unter Impotenz litt. Er beginnt, sein Publikum zu verachten, spielt mit der Masse und ihren Reaktionen. Brachte die Leute dazu, sich auszuziehen oder die Bühne zu stürmen und stellt sie wie dumme Schafe zur Schau. Demonstrativ holt er auf einem Konzert 1969 sein Geschlechtsteil heraus und deutet eine Selbstbefriedigung an. Es kommt zu einem Prozess.
Morrison flüchtet vor dem Starrummel und folgt seiner Frau, die sich in Paris abgesetzt hatte. Er gönnt sich ein künstlerisches Freisemester. Morrison hotel… Doch auf der Suche nach neuer Inspiration wird sein Bauch fetter und sein Bart länger, denn es findet sich kein geeignetes Medium außerhalb der Gesellschaft. Er chauffiert seine neusten Werke lieber in einer Plastiktüte durch die Gegend, hängt in den Clubs rum und ist wie seine Frau auf Heroin.
1971 wird er tot in dem Badezimmer seines Appartements aufgefunden. Er wurde 27 Jahre alt. Seine Frau sagt aus, sie beide hätten sich abends einen Film zusammen angeschaut und wären dann schlafen gegangen. Nachts wachte Jim auf, fühlte sich krank und ging ins Bad. Morgens lag er tot in der Badewanne. Is this the end? 2007 gesteht der damalige Pariser Clubbesitzer vom ’rock and roll circus’, dass Jim mit einer Überdosis Heroin auf der Toilette gefunden worden ist und nach Hause getragen wurde. Klo oder Badewanne? Yes the river knows…
Heute ist sein Grab in Paris ein Wallfahrtsort für Fans aus der ganzen Welt. Sie huldigen die Grabstätte noch heute mit Joints, Blumen, Kerzen und hingeschmierten Messages. Touch me babe. Die Öffnungszeiten des Cimtiere du Pere Lachaise sind allerdings sehr begrenzt.
Angesichts des dramatischen Endes dieses begabten jungen Menschen, stellt sich die Frage, was Jim Morrison eigentlich wirklich gelebt hat. Er sucht sein ganzes Leben einen ‚Kontakt’ über die normale Wahrnehmung hinaus….
Ich möchte euch erzählen vom Schmerz
Und vom Verlust Gottes
Umherirrend, irrend durch die hoffnungslose Nacht
Hier draußen im Grenzbereich gibt es keine Sterne
Hier draußen sind wir gesteinigt
stoned… unbefleckt.
(Jim Morrison)
…. und scheitert. Echtes Leben, absolute Wahrheit, und grenzenlose Liebe findet man bei Jesus Christus, dem eingeborenen Sohn. Waiting for the son??? „Glaubt mir, ich selbst bin die Tür. Alle, die sich vor mir als eure Hirten ausgaben, waren Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich allein bin die Tür. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein und ausgehen, und er wird saftige grüne Weiden finden. Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich aber bringe allen, die zu mir gehören, das Leben – und dies im Überfluss.“
(Jesus in Johannes 10, 6 –10)
Von Ali

Samstag, 18. Juni 2011

Der Christ, ein Angsthase?

Es war vor einigen Jahren im Sommer. Ich stehe zum ersten Mal auf dem 3-Meter-Brett. Ich schau nach unten. Hui, ganz schön tief. Mich in diese endlose Tiefe stürzen? Niemals! Doch hinter mir warten meine Kumpels. „Na los! Wir wollen heute auch noch springen.“ rufen sie. Mir also die Blöße geben und den sicheren Rückzug über die Treppe antreten? Niemals! Ich zögere. Springen oder nicht? Angsthase oder nicht?
Die Angst des Hasen ist sprichwörtlich. Weil sich dieser Nager nicht selbst zur Wehr setzen kann, muss er schneller in seine Höhle flüchten können als sein Feind. Oder eindeutig die besseren Haken schlagen. Ein Angsthase eben.
Dieses Vorbild ist zum Synonym für Menschen geworden, die sich nichts trauen. Angst ist heutzutage aber nicht angesagt. Man verwirklicht sich selbst und seinen Traum mit allen Mitteln und holt aus den schönen Jahren seines Lebens das Maximale heraus. Wer hier zögert oder Angst an den Tag legt, ist nicht gemacht für diese Welt. Der hat dann keinen Mumm in den Knochen und ernste Probleme mit seinem Selbstwertgefühl. Wer Angst hat, kann sich nicht wehren und muss die Flucht nach vorn antreten. Oder nach hinten. Oder zur Seite, je nach dem, wo der kleinste Widerstand eben ist. Eine erbärmliche Kreatur, solch ein Angsthase.
Ähnliche Assoziationen hat so mancher, der Christen in seinem Umfeld beobachtet. Angsthasen! Weil sie mit ihrem Leben nicht klar kommen, vertrösten sie sich mit dem Gedanken an ein Jenseits. Dort soll dann alles besser und einfacher sein. Und man soll sogar für schwere Zeiten auf der Erde belohnt werden. Weil diese Leute vor der Härte des Lebens resignieren, flüchten sie sich in den Gedanken an einen Gott, der natürlich viel stärker ist als alle Probleme dieser Welt. Und der weiß immer einen Ausweg. Zumindest wird das behauptet.
Ist das wirklich so? Sind Christen die Angsthasen der Nation? Sind sie diejenigen, die das Muffensausen packt, weil sie für dieses Leben einfach zu schwach sind? Ich denke nein. Denn erstens kann dieser Gott auch heute noch erfahren werden. Er kann in schwierigen Situationen helfen. An Gott zu glauben und sich auf ihn zu verlassen ist also kein Zeichen von Schwäche. Es zeugt viel mehr von einer guten Wahrnehmung dieser Welt und von einer guten Beziehung zu diesem Gott.
Zweitens ist es manchmal mutiger, sich der Angst zu stellen und diese auszuhalten, sie zu durchleben. Wer immer vor der Angst flieht und dann behauptet, keine Angst zu haben, lügt sich selbst in die Tasche. So haben sich z. B. viele Christen der Angst vor dem Tod gestellt – und diese durch ihren Glauben überwunden. Das befreit ungemein!
Drittens ist es ein Grundprinzip der Bibel, dass sich Gott besonders durch sein Wirken in den Schwachen dieser Welt zu erkennen gibt. Gerade bei denjenigen, denen die eigene Kraft fehlt, wird deutlich, dass Gott in ihnen wirkt. So können sie erst recht über sich selbst hinauswachsen.
Deshalb kann ich als Christ sagen: Angsthase, Pfeffernase? Nein danke! Von Joachim Bär

Donnerstag, 2. Juni 2011

Rolling Stones - Gimme Shelter

Vom 15. - 17. August 1969 kamen 450.000 junge Leute auf einem 243 Hektar großen Farmgelände in Bethel 130 km nord-westlich von New York zusammen, um sich 3 Tage lang ohne Repression dem Rausch der Natur, der freien Liebe, den Drogen und der Musik hinzugeben. Plakate verkündigten: 'Schafft ein schöneres Amerika, nehmt Drogen.' Händler boten öffentlich ihre Waren an: LSD, Haschisch, Meskalin.
Hunderttausende Jugendliche kampierten in Autos und Zelten, für 3 Tage lebten sie "Sex, Drugs & Rock ´N´ Roll", kopulierten in Schlafsäcken und rauchten soviel Marihuana, "dass man schon vom Einatmen der Luft benebelt wurde", wie der Polizeireport vermerkte.
Sie lauschten bei Sonne, Regen und Sturm 32 Bands und Interpreten, die für nicht mehr als 250.000 Dollar Gage musizierten. [1]
Woodstock veranlasste wegen seiner Ausmaße und der relativen Friedfertigkeit seines Ablaufs die Berichterstatter zu überschwänglichen Äußerungen... Aber schon 4 Wochen später erlosch die Woodstock Euphorie im Horror von Altamont. Auf einer verwahrlosten Autorennstrecke etwa 80km nord-östlich von San Francisco veranstalteten die Rolling Stones anlässlich des Finales ihrer US-Tour und dem dabei gedrehten Tourneefilm 'Gimme Shelter', am 6. Dezember 1969 ein Free Concert für mehr als 300.000 Fans. Altamont hatte alle Voraussetzungen für einen großen Tag: Ein gratis Konzert in der Nähe San Franciscos, mit Santana, Grateful Dead, Jefferson Airplane und anderen; und als Hauptband die Rolling Stones, die gerade eine ihrer größten und erfolgreichsten Tourneen beendet hatten. Mick Jagger meinte vor dem Konzert: "Es werde dem Rest Amerikas ein Beispiel setzen wie man sich bei einem netten Beisammensein benehmen kann." [2]
Eigentlich hätte das Konzert in San Francisco stattfinden sollen, wie viele andere Free Concerts zuvor, doch als klar wurde wie viel Interesse bestand wurde es auf die alte Speedwaystrecke in Altamont verlegt. Über 300.000 kamen... Das darauf folgende Verkehrschaos war so groß, dass die Musiker per Hubschrauber auf die Bühne gebracht werden mussten. 'Es wurden mindestens 20 schwere Unfälle gezählt. Ein Plymouth fuhr mit hoher Geschwindigkeit in die Menge und tötete zwei Menschen. Ein Junge ertrank im LSD-Rausch in einem Kanal, ein anderer, dessen Füße ins Feuer geraten waren, wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.
Neunzehn Ärzte und sechs Psychiater behandelten bis zur Erschöpfung Drogenfälle, Frühgeburten, Verletzungen infolge Schlägereien.' [3] Die Rockergruppe "Hell’s Angels", (bekannt für ihre gewalttätige Natur und ihren exzessiven Drogenkonsum) von den Veranstaltern als Ordner verpflichtet, betrank sich und terrorisierte aufs brutalste das Publikum.
Als die Stones "Sympathy for the Devil" anstimmten, droschen die "Hell’s Angels" wahllos auf die Zuhörer ein. 'Die "Hell’s Angels" rochen Blut, Mord lag in der Luft, Messer blitzten auf.' [4] 'Jagger sang wie groovy es ist Satan zu sein, nie wurde das Lied in passenderem Rahmen gesungen.' [5]
Der 18 jährige Farbige Meredith Hunter wurde unmittelbar vor der Bühne zu Tode geschlagen, und die Show ging weiter. 'Altamont war das Ergebnis von teuflischen Egoismus, Aufbauscherei, Unfähigkeit, Geldmanipulation und, als Basis all dessen, einem fundamentalen Mangel an Menschlichkeit.' [6]
"Sex, Drugs and Rock´N´Roll" wurde als der Sinn im Leben angepriesen, oder wie Janis Joplin es ausdrückte: "Live fast, love hard, die young". 'Sie hielt sich stets an die Devise eines ihrer Songs: "Get It While You Can" ("Nimm, solang du was kriegen kannst"), oder, mit ihren eigenen Worten: Berausch dich, sei fröhlich und fühl dich wohl. Am 4.Oktober 1970, zwei Wochen nach dem Tod von Jimi Hendrix, wurde sie heroinvergiftet mit 14 Einstichen im linken Unterarm tot in einem Motelzimmer aufgefunden. Es war ihr siebenter Selbstmordversuch. Die 2 500 Dollar, die Janis Joplin bar hinterlassen hatte, vertranken 200 Freunde ihrem Wunsch gemäß bei einer Party in San Anselmo, Kalifornien.' [7]
Hat Mick Jagger einen Sinn gefunden, wenn er in die ihm ekstatisch zujubelnden Menge den verzweifelten Refrain "I Can Get No Satisfaction" brüllt? "Gimme Shelter" ("Give me shelter" - Gib mir eine Zuflucht) hieß der 1969 entstandene Tourneefilm der Stones. Doch wo findet man heute noch Zuflucht? Die Bibel hat auf diese Frage eine ganz klare Antwort: "Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich zu finden." [8]
Aber gibt es nicht viele Möglichkeiten, Erfüllung und Zuflucht zu finden? Wir wollen diese Frage etwas näher anhand eines Buches des Alten Testaments betrachten. Das Buch Prediger wurde geschrieben von König Salomo, dem weisesten, ehrvollsten und reichsten Menschen der je gelebt hat. [9]
Er hatte alles, was sich ein Menschenherz nur wünschen konnte, und doch fängt sein Buch mit den Worten an: 'Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit!' [10] Er hatte alles und doch hatte er nichts, er konnte sich alles kaufen, und doch war er ein armer Mann. Er versucht es mit der Freude, und dem Genuss des Guten, sammelte Schätze, Silber und Gold, schaffte sich Sänger und Sängerinnen an seine Hof, vergnügte sich mit unzähligen Frauen, baute sich großartige Monumente. Er verwehrte seinen Augen und seinem Herzen keinen Wunsch. Und doch kam er zu dem Schluss: 'Und siehe, das alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Also gibt es keinen Gewinn unter der Sonne.' [11]
Ist das nicht eine traurige Perspektive, wie kommt es, dass jemand, der scheint alles zu haben, solche Worte verfasst? Salomon hat die Wertlosigkeit all dieser momentanen, materiellen, kurzlebigen Freuden erkannt:
Welchen Nutzen hat der Mensch davon? Denn wer erkennt, was für den Menschen im Leben gut ist, die Zahl der Tage seines nichtigen Lebens, die er wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen mitteilen, was nach ihm sein wird unter der Sonne? [12]
Das wurde vor ungefähr 3000 Jahren geschrieben, doch ist diese Frage nicht aktueller denn je? In der heutigen schnelllebigen Zeit, fragen wir uns nicht auch immer wieder, ob das Leben nicht mehr ist als Geburt, Arbeit und Tod?
Die Bibel sagt uns, dass es mit dem Tod nicht aus ist, somit unser Leben einen Sinn bekommt. Die Bibel spricht ganz klar von einem Himmel und einer Hölle; einem ewigen Beisammensein mit unserem Schöpfer in Herrlichkeit, oder von dem ewigen Tod und der ewigen Trennung von Gott. Es gibt keinen Mittelweg, kein 'noch nicht ganz Himmel' oder 'nicht mehr ganz Hölle'!
In Römer 6, 23 steht: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes,aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Eine Gnadengabe ist immer etwas Kostenloses, zu dem man nichts Eigenes hinzufügen kann. Wenn die Werke dieses Lebens nicht helfen können, womit erlangen wir dann dieses wunderbare Geschenk, und dadurch Sinn und Ziel in unserem Leben?
Dem geht eine Grundwahrheit voraus: Der Mensch allein kann Gottes absolut heiligen Wertanspruch niemals erfüllen.
Auch Salomo hat sich auf seiner Suche diese Frage gestellt und kam zu dem Schluss: Denn kein Mensch auf Erden ist so gerecht, dass er nur Gutes täte und niemals sündigte. [13]
Und wenn Gott sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod [14] und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung [15], dann ist das auch wahr. Gott ist kein seniler Greis mit einem langen weißen Bart, der bei manchen Menschen einfach eine Ausnahme macht. Er ist absolut gerecht und absolut heilig, und so musste Blut fließen, damit wir leben können.
In seiner übergroßen Liebe sandte Gott seinen Sohn als Mensch in die Welt. Jesus Christus war Mensch wie jeder andere aber er unterschied sich in einer wesentlichen Sache, er sündigte nie! Er war der Einzige, der ein Gott wohlgefälliges Leben führte, und damit war er auch der Einzige, der stellvertretend für uns den Lohn unserer Sünde auf sich nehmen konnte.
Jesus kam aus einem ganz bestimmten Grund in die Welt, er kam um den qualvollsten Tod zu sterben den man zur damaligen Zeit kannte, er wurde gekreuzigt auf dem Hügel von Golgatha, vor den Toren Jerusalems. Dort nahm er den ganzen Zorn Gottes auf sich und als einzig schuldloser Mensch starb er stellvertretend für alle. Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. [16] Doch wäre es hier aus, würde das Leben Jesu nicht eine einzige große Niederlage sein?
In die Welt gekommen um Menschen zu helfen, nach 30 Jahren des Widerstandes gegen ihn, gekreuzigt als Unschuldiger zwischen zwei Verbrechern.
Würde ihn das unterscheiden von vielen hunderten Märtyrern, die für ihren Glauben in späteren Jahren gestorben sind? Würde uns das Hoffnung geben? Nein; wir dürfen wissen, dass Jesus lebt, er ist am dritten Tag auferstanden und lebt auch heute noch.
Wie erhältst Du ein Geschenk, dass Dir angeboten wird? Indem Du etwas dafür zahlst, dich mit einem andern Geschenk revanchieren musst? Nicht vielmehr, indem Du dankend die Hände dem Dich Beschenkenden entgegenstreckst und dieses annimmst?
Nach der langen Suche kommt Salomo am Ende des Buches Prediger zu folgendem Schluss: Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte sein Gebot! Denn das soll jeder Mensch tun. [17]
Sein liebendes Gebot an Dich heute hier und jetzt ist, dass Du dich erretten lässt von Deinen verkehrten Wegen, die von Natur aus gegen Gott sind, und umkehrst zu Deinem Schöpfer, indem Du ihn im Gebet bittest, in seiner Gnade und seiner Geduld Dir Deine bisherige Falschheit zu vergeben.
Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung! [18]
Jonathan Edwards, ein bekannter Prediger des 18. Jahrhunderts sagte einmal: "Gehe zuhause auf die Knie und flehe Gott um Gnade an, vielleicht wird er dich erhören!" Es ist allein Gnade, die es uns ermöglicht, Vergebung zu erlangen, es war allein Gnade, dass auch ich dies eines Tages erfahren durfte!
Und sucht ihr mich so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr. [19]
"Gimme Shelter" – Gib mir eine Zuflucht...
Es gibt doch noch jemanden bei dem man auch heute noch eine Zuflucht finden kann, bei dem man sich bergen kann, auf den man vertrauen darf, und das gibt mir Sinn im Leben. Ich darf wissen: Es gibt mehr als "Sex, Drugs and Rock`N`Roll", mehr als "Geburt, Arbeit und Sterben"; mit einem Ziel vor Augen bekommt mein Leben Sinn und Perspektive. Es hat noch keiner auf dem Sterbebett gesagt: Ich wünschte, ich hätte mehr gearbeitet!
Wie entscheidest Du dich? Findest Du Zuflucht bei Deinem Schöpfer, oder suchst Du weiter Erfüllung in materiellen, vergänglichen Freuden? Jesu Angebot gilt heute genauso wie vor 2000 Jahren:
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. [20]
[1] U.Bäumer: "Rockmusik - Revolution des 20.Jahrhunderts", CLV, S.36
[2] "Gimme Shelter", Interview Mick Jagger
[3] Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: "Rock Lexikon", S.389
[4] Tony Sanchez: "Die Rolling Stones", Moewig Verlag, München, S.196
[5] Rolling Stone Magazin: "Let It Bleed.", 21. Jänner 1970: 18-36., S.22; übersetzt vom Verfasser
[6] Rolling Stone Magazin
[7] U.Bäumer, a.a.O., S.35
[8] Psalm 46,2
[9] 1.Könige 3,12-13
[10] Prediger 1,2
[11] Prediger 2,11
[12] Prediger 6,12
[13] Prediger 7,20
[14] Römer 6,23
[15] Hebräer 9,22
[16] 2.Korinther 5,21
[17] Prediger 12,13
[18] Jesaja 55,7
[19] Jeremia 29,13-14a
[20] Matthäus 12, 28
http://www.life-is-more.at/focus/texte_detail.php?id=8

Dienstag, 24. Mai 2011

Optimismus Christen sind Realisten

Optimismus und Pessimismus sind ursprünglich philosophische Begriffe aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Man hat sich gefragt, ob diese Welt mehr Leid oder mehr Glück enthalte. Leibniz hielt diese Welt für die beste unter allen möglichen und wollte damit Gott, den Schöpfer, gegen Angriffe wegen des Übels in der Welt rechtfertigen. Voltaire neigte nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 zum Pessimismus und beschreibt ihn als Geisteshaltung, in dem alles schwarz gesehen wird. Schopenhauer hat das fortgesetzt. Als Menschen, die sich nach der biblischen Gottesoffenbarung richten, haben wir die Erinnerung an das Paradies und die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Vor diesem Hintergrund sehen wir die gegenwärtige Welt umso schärfer in aller Zerbrochenheit. Wir werden vor einem platten Zukunftsoptimismus bewahrt. Wie vielen Menschen hat ein politischer Optimismus („klassenlose Gesellschaft“) schon das Leben gekostet! Wir verfallen aber auch nicht der Schwarzseherei. Auch diese kaputte Welt ist immer noch Gottes Schöpfung. Sie läßt an vielen Stellen etwas von ihrer ursprünglichen Schönheit erahnen. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, haben wir Hoffnung. Hoffnung auch auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Bibel lehrt uns also weder Optimismus noch Pessimismus, sondern einen rechten Realismus. Ihr Grund ist die Hoffnung. Und darum pflanzen wir heute noch einen Apfelbaum, selbst wenn morgen die Welt untergeht. Dr. Manfred Dreytza

Samstag, 14. Mai 2011

Lieber Gott, wie hat man dich erfunden?

Lulu ist ein sechsjähriges Mädchen und lebt in England. Lulu beschloß, einen Brief an Gott zu schreiben. In diesem Brief stellt Lulu an Gott die Frage: Lieber Gott, wie hat man dich erfunden? Lulus Vater schickte diesen Brief an verschiedene kirchliche Würdenträger unterschiedlicher Konfessionen. Ich lese euch die Antwort des Bischofs der Kirche von England vor, Erzbischof Rowan Williams:
„Liebe Lulu,
Dein Papa hat mir deinen Brief weitergeleitet und gefragt, ob ich irgendwelche Antworten wüßte. Leider ist es ein sehr schwieriger Brief! Aber Gott könnte so geantwortet haben.
Liebe Lulu, niemand hat mich erfunden, aber viele Menschen haben mich entdeckt und waren darüber sehr überrascht. Sie entdeckten mich, als sie sich in der Welt umschauten und sahen, daß sie wirklich schön und sehr geheimnisvoll war. Und sie fragten sich, woher das komme. Sie entdeckten mich, als sie sich in die Stille zurückzogen und Frieden und Liebe spürten, was sie gar nicht erwartet hatten. Sie erfanden Theorien über mich – einige sehr vernünftig, andere nicht vernünftig. Ich gab ihnen von Zeit zu Zeit einige Hinweise – besonders im Leben von Jesus – um ihnen zu helfen, näher an das heranzukommen, was ich wirklich bin. Aber nichts und niemand war vor mir da, um mich zu erfinden. Eher wie jemand, der anfängt eine Geschichte in einem Buch zu schreiben, begann ich mit der Weltgeschichte und erfand dann menschliche Wesen wie dich, die mir verrückte Fragen stellen konnten.
Und am Ende würde Gott Dich grüßen und sich höflich verabschieden, ich weiß, normalerweise schreibt er keine Briefe, darum muß ich an seiner Stelle das Menschenmögliche tun. Von mir auch viele Grüße
Dein Erzbischof Rowan.“
http://faith-theology.blogspot.com/2011/04/rowan-williams-letter-to-six-year-old.html

Samstag, 7. Mai 2011

Was du alles glaubst.......

Du glaubst deinem Lehrer, deinen Freunden, den Politikern, deinem Chef, deinen Arbeitskollegen, deiner Freundin, deinem Freund, dem Doktor, dem Professor, dem Meister, dem Ausbilder, dem Vorgesetzten und dem Dozenten. Du glaubst an das Gute, vielleicht deinem Sternzeichen, an Sternschnuppen, an das Fernsehbild. Du glaubst dem Nachrichtensprecher, dem Sachbearbeiter. Du glaubst deinen Augen und Ohren. Du glaubst an den Urknall, die Entstehung aus dem Nichts. Du glaubst deinem Hufeisen, deinem Amulett, dem Horoskop, deiner Schutzpatronin. Du glaubst an Maria, den Papst, das Internet. Du glaubst, vom Affen abzustammen. Du glaubst, ein Sandkorn zu sein, an Buddha, an das Nirwana, den Dalai Lama. Du glaubst an Mohammed. Du glaubst, dass du ein guter Mensch bist. Du glaubst an deine Jugend. Du glaubst an Drogen, Sex und Alkohol, an das Glück. Du glaubst an das Wochenende, an die Saufparty, den Urlaub, deine Gesundheit, deine Intelligenz, deine Kraft, deine Unwiderstehlichkeit. Du glaubst, glaubst ... usw.usw.
Warum glaubst du an alles Mögliche, nur nicht an den lebendigen Gott?!

Sonntag, 1. Mai 2011

Vietnam: Evangelischer Pastor verhaftet

Frankfurt am Main/Pleiku (idea) – Der evangelische vietnamesische Pastor Nguyen Cong Chinh ist am 28. April in seiner Heimatstadt Pleiku verhaftet worden. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main).

Ihm wird „Zerstörung der Solidaritätspolitik“ nach Artikel 87 des vietnamesischen Strafgesetzbuches vorgeworfen, weil er Propaganda-Dokumente hergestellt haben soll „mit dem Ziel, gegen die Volksregierung und die Sozialistische Republik Vietnam zu opponieren“. Nach Angaben der IGFM verleiht Chinh den verfolgten Christen und Angehörigen ethnischer Minderheiten in Zentralvietnam seit Jahren eine Stimme. Die IGFM fordert deshalb seine sofortige Freilassung. Der 42-jährige ist Vorsitzender des „Verbandes der Evangelischen Christen aus allen Ethnien in Vietnam“ (VPEF), eines Zusammenschlusses verschiedener evangelischen Hauskirchen im zentralvietnamesischen Hochland. Die Regierung drangsaliert diese Organisation, die in ihren Augen eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt. Pastor Chinh geriet ins Visier des vietnamesischen Staatsicherheitsdienstes als er 1988 damit begann, sich für diskriminierte Christen einzusetzen. In einem Bericht aus dem Jahr 2008, zog er eine Bilanz der Repressalien gegen ihn: „Seit 20 Jahren lebe ich ohne Familienregistrierkarte und Personalausweis, wurde 286 Mal verhört, 19 Mal körperlich angegriffen, sechs Mal verhaftet, 56 Mal aus der Wohnung ausgewiesen. Zweimal wurde mein Haus, das als Kapelle diente, dem Erdboden gleich gemacht. Man hat meine Papiere, 259 Bibeln, zwei Motorräder und vier Handys beschlagnahmt. Meine ganze Familie lebt ohne Registrierungspapiere.“
http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ttnews[tt_news]=95076&cHash=08897ddce63608a201336da334a65e1b

Samstag, 30. April 2011

Schneiden, Ritzen, Stechen – was ist das mit der Selbstverletzung?

Erschreckend hoch ist die Zahl der meist weiblichen Selbstverletzer. Manche reden von ca. 800.000 Mädchen, die sich selber Schmerzen zufügen. Fachleute sagen, dass diese Leute definitiv seelisch krank sind. Tief drin in der Seele liegen meist gleich mehrere Nöte und Probleme. Erworben wurden diese emotionalen oder körperlichen Verletzungen in der Kindheit oder während der Pubertät. Es kann sich um Vernachlässigung, Trennungstraumata, körperliche Gewalt oder auch um sexuellen Missbrauch handeln. Beziehungsnöte und andere schlimme Erfahrungen können ebenfalls zu selbstverletzendem Verhalten führen.
Eine junge Frau erzählt: „Ich schnitt mir den Unterarm auf. Es tat ziemlich weh. Es blutete wie verrückt. Plötzlich – meine Seelenschmerzen waren weg! Der innere Schmerz war in den Arm gewandert. Das Blut aus meinem Arm befreite mich vom seelischen Druck. Die nach innen geweinten Tränen flossen als Blut aus meinem Arm – rote Tränen. Schneiden ist immer noch besser, als sich im Affekt umzubringen. Mit diesem Schnitt konnte ich meinen Schmerz kontrolliert nach außen leiten.“
So geht es sicherlich vielen, die sich schneiden, kratzen, zwicken, klemmen, beißen, die Haare ausreißen, verbrennen oder verbrühen, ihren Kopf an Wände oder harte Gegenstände knallen, giftige oder gefährliche Sachen schlucken und manche krassen Aktionen bringen; Arme, Beine, Bauch und Kopf – sogar das Gesicht wird nicht geschont. Manche verletzen sich auch im Brust- und Genitalbereich. In einer normalen Familie lernt man als Kind mit Wut, Enttäuschung und Zorn umzugehen. Man orientiert sich an seinen Eltern. Doch wo gibt’s denn so was noch?
Im Lauf des Lebens bekommt man dann so seine Schläge ab und wird von negativen Feelings überlastet. Schlechte Gefühle kommen hoch. Du kennst dich nicht mehr und verletzt entweder aggromäßig andere oder dich selber. Und die Depris sind irgendwie weg. Auch Schuld scheint kleiner zu werden. Sogar Selbstmordgedanken treten in den Hintergrund. Du hast dich ja irgendwie selber bestraft. Du hast dein Blut gegeben. Du hast dich bestraft. Alles scheint klar. Aber so wird es immer schlimmer. Du kommst da nicht mehr raus. Wie soll das enden?
Wenn dir von außen Hilfe angeboten wird, dann nimm nur fachliche Hilfe an. Wenn du Gott kennst, dann bekommst du von ihm die Kraft, den Menschen, die dir diese inneren Wunden zugefügt haben, zu verzeihen. Das geht oft nicht so schnell. Aber bedenke, zuerst musst du deiner Not ins Angesicht schauen, um sie deutlich im Gebet vor den allmächtigen Gott zu bringen. Er hat versprochen auf alle unsere Gebete zu hören, wenn sie ernst sind. Er hat uns auch Hilfe und Vergebung versprochen. In einer christlichen Gemeinde findest du sicherlich jemand, der dir im Gebet beisteht.
Bedenke: Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen. Er hat die totalen Verletzungen und seelischen Qualen erlitten. Er versteht dich und ist dir darin nahe. Er hat am Kreuz seinen Peinigern vergeben. Darin hat er gesiegt. Das ist Gottes Power, die auch dir hilft, deine Nöte in seine liebenden und blutenden Hände zu legen. Weil er am Kreuz blutete kannst du frei werden von deinen Selbstverletzungswünschen und -zwängen.
Gott sagt: „[…] ich bin der HERR, der dich heilt.“
(2. Mose 15,26) Ali

Freitag, 29. April 2011

Heuchelei

Heuchelei ist ein moralisch negativ besetztes Verhalten. Sie äußert sich im Gegensatz zwischen dem von einer Person zur Schau getragenen Bild ihrer selbst und der Realität. Heuchelei dient der Manipulation anderer Menschen oder dem Aufrechterhalten eines positiven Selbstbildes bei anderen oder sich selbst.Am Besten man hinterfrägt sich hier auch stets selbst. (Lukas 6,42). Wir stehen alle mehr oder weniger in Gefahr die eigenen Fehler und Überheblichkeiten großzügig zu übersehen und nur das Negative bei anderen zu entdecken. Wir neigen alle irgendwie auch zur Eitelkeit und wollen uns positionieren. Darum ist der Bibel (Gott) auch so wichtig, daß wir die Demut achten und den Hochmut vermeiden.


Mittwoch, 27. April 2011

Ich habe keine Zeit

Dieses Satz ist so trostlos. Und doch haben wir ihn ständig auf der Zunge. Wir sprechen ihn vor, wenn unangenehme Fragen drohen. Im Moment bedauern wir es bestimmt, wenn wir keine Zeit haben. Das, was jetzt alternativ sehr viel schöner wäre, lockt natürlich. Da wir ständig etwas erleben wollen, rennen wir mit im Wettlauf des Vergnügens, der Zerstreuung und Unterhaltung, haben wir dafür eben Zeit und für viel anderes nicht. Würden wir denn mit mehr Zeit etwas anzufangen wissen? Wenn sie einfach so da wäre, ohne ein Angebot im Schlepptau, sie gleich wieder totzuschlagen? Ist sie uns dann nicht sogleich fast eine Drohung? Nicht gefüllte Zeit scheint vielen eine Art Drohung der Leere zu sein.
Wir laufen heute Gefahr, vor lauter Dringlichkeit das Wichtige aus den Augen zu verlieren, ja das Dringliche ungeprüft als das Wichtige anzusehen und uns davon bestimmen zu lassen.
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“ (Die Bibel, Psalmen, Kapitel 90, Vers 12). Wer in Rummel, Unruhe, Arbeit und Getriebensein flieht, handelt unbedacht. Leben wir auf ein Ende zu, bei dem sowieso alles vorbei ist oder auf ein Weiterleben nach dem Tod hin? Die Antwort darauf beeinflusst sehr stark meinen Alltag und wie ich mit meiner Zeit umgehe.
In der Bibel wird eine Geschichte erzählt von einem römischen Prokurator. Der hatte den Auftrag, den gefangenen Apostel Paulus zu verhören. Das wurde ein sehr seltsames Verhör, denn der Angeklagte redete einmal von dem zukünftigen Gericht Gottes, vor dem auch der Prokurator erscheinen müsse, und dann sprach er von JESUS, dem gekreuzigten Gottes Sohn, der Sünder vom Gericht erretten kann. Als der Prokurator das hörte wurde er sehr unruhig und sagte: "Wenn ich gelegene Zeit habe, wollen wir weiterreden", und dann liess er den Paulus wieder abführen. Genauso könnte der Mensch von heute sprechen. Wie anders würde unser Leben sein, wenn wir uns morgens in der Früh Zeit nähmen, ein paar Verse ganz still in der Bibel zu lesen und unser Herz im Gebet vor Gott auszuschütten. Wie anders würden unsere Sonntage sein, wenn wir uns Zeit nähmen mit der Gemeinde Gott anzubeten, Sein Wort zu hören. Jetzt ist die angenehme Zeit. Jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt hat Gott ungeheuer viel Zeit für uns. ER wartet auf uns. Nutzen wir doch diese Zeit.

Mittwoch, 13. April 2011

Die Haare stehen einem zu Berge

Haarsträubende Geschichten ereignen sich immer wieder. Die Zeitungen sind voll davon. Ja, manche Gazetten leben geradezu von solchen Meldungen, bei denen die Haare gar nicht aufhören, zu Berge zu stehen. Bungee-Jumping von Wolkenkratzern oder Extrem-Klettern an Fenster-Fassaden sind noch die harmloseren Vergnügungen mancher Zeitgenossen, von denen da berichtet wird. Solange man selbst nicht von solch Vorlieben anderer Menschen in Mitleidenschaft gezogen wird, mag man diese Aktivitäten mit wohligem oder auch unwohlem Abstand verfolgen. Anders sieht das freilich aus, wenn man selbst in ein Verhalten eingebunden wird, das einem die Haare zu Berge stehen lässt. Jede längere Autobahnfahrt bietet dazu die gar nicht erwünschte Gelegenheit. Wenn man da auf jene eiligen Mitmenschen trifft, die es als persönliche Beleidigung ansehen, jemals die rechte Fahrspur benutzen zu sollen, kann es schnell heikel werden. Fährt man als niedrigklassiger Automobilist zwecks Überholen auf der linken Fahrbahn und braucht dazu auch noch etwas Zeit, dann kann es einem oft schlecht ergehen. Schon von weitem wird einem per Lichthupe signalisiert, schnellstens für das ranghöhere Gefährt Platz zu machen. Gelingt einem das nicht rasch genug, so spürt man alsbald den heißen Atem des Dränglers im Nacken. Zentimeter trennen da oft nur noch die Stoßstangen des Gejagten von dem des Jägers. Ein Schrecken, der einem die Haare zu Berge stehen lässt, kann einem da schon ! in die gestressten Glieder fahren. Ein Schrecken überkam auch den, in dessen Munde sich diese Redwendung in der Bibel findet. Es ist Eliphas, einer der Freunde Hiobs. Ihm wird in der Beschäftigung mit der Frage nach dem Warum des Leides, das Hiob widerfuhr, eine nächtliche Offenbarung zuteil. Diese schildert Eliphas mit folgenden Worten (Hiob 4,15 ff): „Und ein Hauch fuhr an mir vorüber; es standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe. Da stand ein Gebilde vor meinen Augen, doch ich erkannte seine Gestalt nicht; es war eine Stille, und ich hörte eine Stimme: Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?“ Ein göttlicher Schrecken ist es also, von dem ein Mensch hier heimgesucht wird und der ihm die Haare zu Berge stehen lässt. Und wiewohl für jeden Menschen gilt, dass er aus sich heraus nicht vor Gott zu bestehen und ihm zu begegnen vermag, so gewiss ist doch, dass er es im Glauben an Christus kann. Christus ist deshalb! auch die Antwort auf die Frage des Eliphas: „Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?“ Der Apostel Paulus kleidet diese Antwort in folgende Worte (Römerbrief 5,18): „Durch die Gerechtigkeit des Einen (Christus) ist für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.“ Solch eine Zusage, dass wir Menschen um Christi willen Gott recht sind, mag nun wiederum manch einem als eine haarsträubende Logik erscheinen. Darauf wäre zu antworten: Es ist die Logik jener Liebe Gottes, die möchte, dass seine Töchter und Söhne nicht fern von Gott, sondern im Frieden und versöhnt mit Gott, ihrem Vater, leben können.
http://www.sprengel-ostfriesland.de/bibel/bibel.html#zweig

Dienstag, 12. April 2011

Die Bibel ist eine Schatzkammer

Die Bibel ist eine Schatzkammer voller himmlischer Waffen,
ein Laboratorium mit unfehlbar wirksamer Medizin,
eine Mine mit unausschöpflichen Bodenschätzen.
Sie ist eine Landkarte für jede Straße,
eine Seekarte für jedes Meer,
eine Medizin für jede Krankheit und eine Salbe für jede Wunde.
Nimm uns unsere Bibel… und unser Himmel hat seine Sonne verloren.
Thomas Guthrie, 1803-1873 (schottischer Prediger)

Montag, 11. April 2011

Für denjenigen, der Gott nicht kennt, wird die Welt zu einem seltsamen, verrückten, schmerzhaften Ort

„Für denjenigen, der Gott nicht kennt, wird die Welt zu einem seltsamen, verrückten, schmerzhaften Ort, und das Leben darin zu einer enttäuschenden und unschönen Sache. Wenn du das Studium von Gott außer Acht lässt, verurteilst du dich damit selbst dazu, mit verbundenen Augen durchs Leben zu stolpern, ohne zu wissen, wohin du gehst und was dich umgibt. Auf diese Weise kannst du dein Leben verschwenden und deine Seele verlieren.“ (J. I. Packer; „Gott erkennen“)

Samstag, 9. April 2011

Ist deine Zeit in Gottes Händen?

Unsere Hochgeschwindigkeitskultur braucht immer schnellere und ausgefeiltere Technologien: In Tunneln durch die Alpen, auf Luftkissen über's Wasser, mit Überschall durch die Luft,mit dem Transrapid zum Flughafen...
Wir sparen Zeit, aber was machen wir damit?
Der russische Schriftsteller Leo Tolstoi sagte: "Wir schätzen die Zeit erst, wenn uns nicht mehr viel davon geblieben ist."
Wie können wir das verhindern?
Meine Zeit steht in deinen Händen, Psam 31, Vers 16 der Bibel
Ein frommer Mann wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so gesammelt sein könne. Er antwortete:
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich ...
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
Das tun wir doch auch!
Der Gläubige aber sagte zu ihnen:
Nein,
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon.
Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon.
Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.
www.bibelkreis-muenchen.de

Freitag, 8. April 2011

Gottes Urteil

Ganze Völker sind in diesen Jahren in […] »Grenzsituationen« geführt worden! Auch die Bibel weiß um solche Situationen für die Einzelnen und für die Völker, auch sie spricht von Hungersnot und Erdbeben und Krieg und Massensterben als von göttlichen Gerichten, aber sie weiß auch zu sagen, daß diese Gerichte Gottes kommen und gehen, daß aber von jener wahren Erschütterung der Menschen, von jener grundsätzlichen Veränderung nichts zu merken ist. Fragen wir uns selber: was bedeuten die Leiden, die in diesen letzten Jahren über die Menschheit gegangen sind, für unser Denken und unsere ganze Existenz? Ist es nicht gegangen, wie es schon zu Samaria und zu Jerusalem gegangen ist: die Gerichte Gottes kamen, Dinge geschahen, die wir vor 30 Jahren noch nicht für möglich gehalten hätten, […] Feuer ist vom Himmel gefallen, […] Grauen und Not aller Art hat die Menschheit überfallen, aber das Alles ist gekommen und gegangen, wie ein Wind über die Gräser und Blumen weht: sie neigen sich eine Weile, und wenn er nachläßt, so richten sie sich wieder auf. Ist auch nur ein einziger Mensch wirklich von Grund aus anders geworden durch die fallenden Bomben? Und wenn es noch ein wenig schlimmer kommen würde, als es gewesen ist, es würde kaum etwas anders werden. (Aus § 5., »Gottes Urteil«.) Karl Barth

Donnerstag, 7. April 2011

Gottes Wesen: die Liebe Gottes

Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. 1. Johannes 4,8
Die Liebe ist die göttliche Eigenschaft, mit der sich Gott zum Menschen hinwendet, um sich mit ihm zu verbinden. Diese Liebe ist völlig frei und steht unter keinem Zwang. Gott ist in sich selbst vollselig. In absoluter Freiheit fasst er den Entschluss, auf sein gefallenes Geschöpf zuzugehen.
Der göttliche Ratschluss, den Gott in Christus gefasst hat, gibt der Liebe erst ihr Objekt. Wir finden Christus nicht zufällig am Wege der Menschheit stehen, sondern in Christus ist der Ratschluss von Ewigkeit her gefasst. Gerade darum wird die Liebe von keiner anderen Eigenschaft eingeschränkt. Wo liebende Menschen parteiisch werden, bleibt Gott frei. Wo Liebe Menschen blind macht, bleibt Gott gerecht. Gottes Liebe ist selbst heilig und gerecht. Darum sorgt die Liebe Gottes für den Menschen zuerst für Gerechtigkeit - erst dadurch kann das Geschöpf mit dem Schöpfer in Verbindung treten und bei ihm bleiben.
Gott ist auch als Liebender gerecht und heilig. Derselbe, welcher liebt, der ganz Liebe ist, erweist sich auch - ohne an seinem liebenden Wesen Einbusse zu erleiden -- als den Gerechten und Heiligen. So allein kommt ein richtiges Verhältnis zwischen den einzelnen Eigenschaften zustande. Eduard Böhl, Dogmatik § 14.

Dienstag, 5. April 2011

Gott gibt zu – Erschaffung der Welt war Aprilscherz...

Neue Ausgrabungen beweisen zweifelsfrei: Die Menschheit wird seit Jahrtausenden hereingelegt.
Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was soll das alles? Einige der größten Rätsel der Menschheit sind endlich gelöst. Bei Ausgrabungen am Berg Sinai entdeckten Wissenschaftler eine Steintafel, aus der zweifelsfrei hervorgeht, dass es sich bei der Erschaffung der Welt um einen Aprilscherz handelt. „Und zwar um einen nicht besonders gelungenen“, wie der Verfasser der steinernen Botschaft, ein gewisser Gott, zugibt.
Menschheit in den April geschickt?
Ihm sei damals einfach nichts Besseres eingefallen, zudem sei es auch nicht besonders nett gewesen, sich solche dankbaren Opfer auszusuchen, wirbt Gott um Verständnis. „Aber, hey: Wer außer der Menschheit ist so doof, auf so einen Schwachsinn hereinzufallen?“ Über die Freude darüber, dass man ihm seinen Aprilscherz so bereitwillig abgekauft habe, sei er nicht mehr dazu gekommen, die Sache richtig zu stellen. „Tja, und dann hat sich das alles verselbstständigt“, erklärt der Allmächtige in seiner Stein-Botschaft.
Nachdem sich in letzter Zeit bei ihm die Klagen über die unhaltbaren Zustände auf der Erde gehäuft hätten, sähe er es nun an der Zeit, den Scherz aufzulösen. Selbstverständlich existierten die Welt, das Leben, der Mensch und dieser ganze andere Kram nicht, das sei alles bloß ein Witz. Auch wenn das jetzt vielleicht bei dem ein oder anderen Selbstzweifel auslösen könnte: Außer ihm und dem iPad gebe es leider nichts, so Gott abschließend.
Quelle: welt.de
Um ehrlich zu sein: einen solchen Gott anzubeten, würde in mir auch ein Gefühl der Lächerlichkeit und Dummheit erzeugen. Der senile, alte Tattergreis, der so vergesslich und unfähig ist, sein eigenes Leben, geschweige denn seine Schöpfung auf die Reihe zu kriegen. Die Vorstellung des lieben, alten Gott-Opas ist nicht nur skurril, sie zeigt nämlich noch viel mehr die Verzerrung der Wirklichkeit auf, die das Bild des wahren Gottes bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet hat…
Du magst Dich fragen, warum Gott es zulässt, dass Menschen sich so sehr über Ihn lustig machen und Ihn verspotten, wenn es Ihn denn wirklich gibt, Er wirkliche Macht hat und Er wirklich alles sieht, was auf der Welt geschieht. Aus menschlicher Sicht ist die Frage auch berechtigt, denn ich als stolzer Mensch mit meiner mir wichtigen Würde würde das sicher nicht tun. Aber allein daran kannst Du schon erkennen: Gott ist vollkommen anders als Du und ich!
Warum greift Er nicht ein? Weil Er Nachsicht mit Dir hat (Römer 3,25-26) und Deine Sünden nicht sofort bestraft (Prediger 8,11-12)
Warum hat Er Nachsicht mit Dir und straft Deine Sünden nicht sofort?
Weil Gott Dich so sehr liebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus für Dich und mich gab, damit wir, wenn wir an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben! (Johannes 3,16)
Aber wenn Du dieses Liebesangebot nicht annimmst, hat Er auch eine klare Botschaft für Dich, die nur ein paar Verse weiter im Johannes-Evangelium steht:
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes! (Johannes 3,18)
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36)
Nur weil Gott nicht (oder nicht immer…) auf Provokationen billiger Natur reagiert, bedeutet das doch lange nicht, dass Er nicht existiert. Er steht über den Dingen und nimmt alles menschliche Spotten nur aus einem Grund hin: Er liebt Dich und mich so sehr! Nur wird dies irgendwann nicht mehr der Fall sein, wenn Du Sein Liebesangebot in Jesus Christus nicht annimmst. Dann wirst Du Ihn als ewigen, zornigen Gott kennenlernen, über den Du und ich nicht lachen können.
Deswegen fliehe Dich heute zu Jesus und Er wird Dich in Seine väterlichen Hände aufnehmen!
Ben Graf www.bibelkreis-muenchen.de

Samstag, 2. April 2011

Der Ruf Gottes

„Der Ruf Gottes ist der Ruf, der von seinem Wesen ausgeht. Wo wir dann als Reaktion auf diesen Ruf hingehen, hängt vollständig von den Umständen ab, die Gott in seiner Vorsehung geschaffen hat. Der Ruf Gottes an sich ist kein Ruf zu einem bestimmten Dienst, doch unsere Interpretation von diesem Ruf kann es durchaus sein. Das heißt, durch meinen Kontakt mit dem Wesen Gottes, wird mir klar, was ich für ihn tun kann. Der Ruf zum Dienst ist das Echo meiner Identifizierung mit Gott. Mein Dienst resultiert aus dem, was meinem Wesen entspricht. Gottes Ruf entspricht seinem Wesen, deswegen kann ich seinen Ruf nicht hören, bis ich nicht sein Wesen empfangen habe. Wenn ich sein Wesen empfangen habe, wirken die beiden – mein Wesen und Gottes Wesen – zusammen. Der Sohn Gottes offenbart sich in mir, und ich, der natürliche Mensch, diene dem Sohn Gottes auf gewöhnlichem Wege und aus bloßer Hingabe zu ihm.“ (Oswald Chambers; So send I you)

Freitag, 1. April 2011

Erlernte Zurückhaltung

…eine Lesefrucht aus der aktuellen »trottwar«( http://www.trottwar.de/), angeblich (!!!) verfasst von Reinhard Löffler:
Setzen Sie bitte sehr viele Flöhe in ein Terrarium. Da die Flöhe viel höher springen können als das Glas reicht, hüpfen sie nach und nach hinaus und verschwinden in alle Winde. Nun legen wir eine Glasplatte als Abdeckung auf den Glasbehälter. Was passiert nun? Die Flöhe springen nach oben an die Glasplatte und tun sich bestimmt weh. Das denke ich mir, weil sie nach einiger Zeit lernen, nur so hoch zu hüpfen, dass sie gerade eben nicht an die Glasplatte knallen. Flöhe sind ja nicht dumm! Nach einer langen Lernphase – wenn wir sicher sind, dass kein Floh mehr die Glasplatte erreicht – nehmen wir die Glasplatte vorsichtig ab.
Was geschieht jetzt? Sie können es sich denken. Die Flöhe merken das nicht. Sie springen weiterhin nicht höher als die nun eingebildete Glasplatte hoch liegt. Sie bleiben im Glasbehälter drin.
Jetzt aber komme ich mit einer ganz schlauen Idee. Ich nehme ganz frische Flöhe, die noch nie in einem Glasbehälter gesessen haben [sic!] und werfe sie zu den schon lange dort lebenden hinzu. Was geschieht jetzt? Die ahnungslosen Flöhe, die ja keine Verletzungen an der Glasplatte erlitten haben und auch gar nicht wissen, dass es dort eine gab oder jetzt keine gibt, springen ganz natürlich hoch und hinaus. Das sehen die alteingesessenen Flöhe und merken, dass da oben gar nichts ist! Sie werden wieder flohlebendig wie eh und je und hüpfen weg. Soweit die Theorie.
Leider falsch! Die neuen Flöhe bleiben nach dem Hineinwerfen eine Weile am Boden sitzen und schauen, wie hoch alle anderen Flöhe springen. Dann springen auch sie, nie höher als die Glasplatte ehedem war. Kannten Sie diesen Versuch?
…und nein – ich »erkläre« nun nicht nachträglich, was »uns diese Geschichte sagen« soll…

Donnerstag, 31. März 2011

Vom Sinn der Schwermut

Romano Guardini zitiert am Anfang seines Buches “Vom Sinn der Schwermut” längere Ausschnitte aus dem Werk von Sören Kierkegaard.
Das ganze Dasein ängstigt mich, von der kleinsten Mücke bis zu den Geheimnissen der Inkarnation; ganz ist es mir unerklärlich, am meisten ich selbst; das ganze Dasein ist mir verpestet, am meisten ich selbst. Gross ist mein Leid, grenzenlos; keiner kennt es, ausser Gott im Himmel, und er will mich nicht trösten; keiner kann mich trösten, ausser Gott im Himmel, und er will sich nicht erbarmen.
Vom Dichter sagt man, er rufe die Muse an, um Gedanken zu bekommen. Das ist bei mir eigentlich nie der Fall gewesen, meine Individualität versagt mir sogar, das zu verstehen; im Gegenteil, ich brauchte jeden Tag Gott, um mich des Reichtums der Gedanken zu erwehren. Wahrlich, gib einem Menschen eine solche Produktionskraft und dazu eine so schwache Gesundheit, so wird er schon beten lernen. Ich könnte mich niedersetzen und ununterbrochen Tag und Nacht und nochmal einen Tag und eine Nacht fortschreiben, da Reichtum genug da ist; dieses Kunststück habe ich jeden Augenblick machen können; kann es noch jetzt.
Denn wo ich auch war, vor aller Augen oder unter vier Augen mit dem Vertrautsten, immer war ich in Betrug gehüllt, also allein: in der Einsamkeit der Nacht konnte ich nicht mehr allein sein. Ich war allein nicht in den Urwäldern Amerikas mit ihren Schrecknissen und Gefahren, sondern allein in der Gesellschaft der schrecklichen Möglichkeiten, gegen welche auch die schrecklichste Wirklichkeit Erquickung und Linderung ist …. allein in der Sinnlosigkeit meines Daseins, ohne mich (auch wenn ich wollte) auch nur einem einzigen verständlich machen zu können – ja, was ich sage ‘einem einzigen’: es gab Zeiten, wo mir nicht das fehlte (so dass man also nicht sagen könne: ‘das fehlte bloss noch’), Zeiten, da ich mich auch mir selbst nicht verständlich machen konnte.
Guardini kommentiert:
Tief verwundbar ist ein solches Leben. (Er ist zerrissen durch) eine innere Gegensätzlichkeit der Lebenstendenzen; eine Spannung zwischen den Motiven; ein wechselseitiges Durchkreuzen der Triebe; Widersprüche in der Haltung Menschen und Dingen gegenüber, im Anspruch an die Welt und an das eigene Leben; in den Massstäben, nach denen gemessen wird.
Aus: Romano Guardini. Vom Sinn der Schwermut. Matthias-Grünewald-Verlag: Mainz 1987.
www.bibelkreis-muenchen.de

Dienstag, 29. März 2011

empfänglich

Empfänglich für Vergängliches ist, wer sich gerne täuschen lässt von dieser Zeit und ihrem Geist, der penetrant und ziemlich dreist auf alles sch.., was christlich heisst. Denn Jeder ist sich selbst zumeist der Nächste und geht eigne Wege. Doch ich empfehle und tue es gern, das einzig Wahre: die Wege des Herrn! von: Fabian www.bibelkreis-muenchen.de

Mittwoch, 23. März 2011

Klatschen bis zum abwinken

Ein Lehrstück zum Thema Menschenfurcht
Solschenizyn beschreibt eine (tragische) Anekdote aus 1920-ern unter Stalin. Es gibt mir zu denken, dass wir wegen viel geringfügigeren Konsequenzen stehen bleiben.
Eine Bezirksparteikonferenz (im Moskauer Gebiet) … Den Vorsitz führt der neue Bezirkssekretär anstelle des sitzenden früheren. Am Ende wir ein Schreiben an Stalin angenommen, Treuebekenntnis und so. Selbstredend steht alles auf (wie auch jedes Mal sonst der Saal aufspringt, wenn sein Name fällt). Im kleinen Saal braust ‚stürmischer, in Ovationen übergehender Applaus’ auf. Drei Minuten, vier Minuten, fünf Minuten – noch immer ist er stürmisch und geht noch immer in Ovationen über. Doch die Hände schmerzen bereits. Doch die erhobenen Arme erlahmen. Die Älteren schnappen nach Luft. Und es wird das Ganze unerträglich dumm selbst für Leute, die Stalin aufrichtig verehren. Aber: wer wagt es als erster? Aufhören könnte der Erste Bezirkssekretär. Doch er ist ein Neuling, er steht hier anstelle des Sitzenden, er hat selber Angst Denn im Saal stehen und klatschen auch NKWD-Leute, die passen schon auf, wer als erster aufgibt! …. Im kleinen, unbedeutenden Saal wird geklatscht …. und Väterchen kann’s gar nicht hören … 6 Minuten! 7 Minuten! 8 Minuten! …. Sie sind verloren! Zugrunde gerichtet! Sie können nicht mehr aufhören, bis das Herz zerspringt! … Der Direktor der Papierfabrik, ein starker und unabhängiger Mann, steht im Präsidium, begreift die Verlogenheit, die Ausweglosigkeit der Situation – und applaudiert – 9 Minuten! 10 ! Er wirft sehnsüchtige Blicke auf den Sekretär, doch der wagt es nicht. Verrückt! Total verrückt! Sie schielen mit schwacher Hoffnung einer zum anderen, unentwegt Begeisterung auf den Gesichtern, sie klatschen und werden klatschen, bis sie hinfallen, bis man sie auf Tragbahren hinausträgt. Und auch dann werden die Zurückgebliebenen nicht aufgeben! … Und so setzt der Direktor in der elften Minute eine geschäftige Miene auf und lässt sich in seinen Sessel im Präsidium fallen. Und – o Wunder – wo ist der allgemeine, ungestüme und unbeschreibliche Enthusiasmus geblieben? Wie ein Mann hören sie mitten im der Bewegung auf und plumpsen ebenfalls nieder. Sie sind gerettet! Der Bann ist gebrochen! … Allein, an solchen Taten werden unabhängige Leute erkannt. Erkannt und festgenagelt: In selbiger Nacht wird der Direktor verhaftet. Mit Leichtigkeit werden ihm aus ganz anderem Anlass zehn Jahre verpasst. Doch nach Unterzeichnung des abschliessenden Untersuchungsprotokolls vergisst der Untersuchungsrichter nicht die Mahnung: „Und hören Sie in Zukunft nie als erster mit dem Klatschen auf!“
Alexander Solschenizyn. Der Archipel Gulag. Scherz Verlag: Bern 1974. (77-78)

Montag, 21. März 2011

Der Wertmaßstab des Christentums

Wenn man in dieser westlichen Welt fragt, was gut und was schlecht, was erstrebenswert und was zu verdammen ist, so findet man doch immer wieder den Wertmaßstab des Christentums auch dort, wo man mit den Bildern und Gleichnissen dieser Religion längst nichts mehr anfangen kann.
Wenn einmal die magnetische Kraft ganz erloschen ist, die diesen Kompaß, gelenkt hat so fürchte ich, daß sehr schreckliche Dinge passieren können, die über die Konzentrationslager und Atombomben hinausgehen.
Werner Heisenberg

Sonntag, 20. März 2011

Vorstellungen über Gott

Wenn man Menschen fragt, wie Gott ist, bekommt man ganz unterschiedliche Antworten:
  • Gott ist wie ein Polizist
    Gott passt auf, dass seine Regeln eingehalten werden. Regelverstöße werden bestraft. (Kontrolle)
  • Gott ist ein Wunscherfüllungsautomat
    Wenn jemand etwas braucht, kommt er her, wirft oben ein Gebet als Münze ein und erwartet unten seinen Wunsch.
  • Gott ist ein Opa (Guter Opa Total Taub)
    Sehr menschliche Vorstellung: Alt und weise, aber auch schwerhörig, unbeweglich, starrsinnig, intolerant, ...
  • Gott ist eine Höhere Macht (unbestimmt)
    An eine höhere Macht muss dann doch irgendwie glauben, es kann doch nicht alles Zufall sein auf dieser Welt. Aber diese höhere Macht hat keine persönlichen Züge.
  • Gott ist der Sündenbock
    Wenn einer an dem ganzen Elend auf dieser Welt Schuld ist, dann Gott. Wenn es ihn gibt, warum lässt er dann alles Leid und Unrecht auf dieser Welt zu?
  • Gott ist das Produkt unserer Träume
    In der Realität gibt es Gott nicht. Er lebt nur in einer frommen Traumwelt. Religiös veranlagte Menschen stellen sich Gott nur vor, um ein spirituelles Gegenüber zu haben. Einen Gott kann es doch in Wirklichkeit nicht geben.
Was Gott selbst über sich sagt

Um etwas von einem Menschen zu wissen, muss ich ihn kennen lernen. Am Besten geschieht das so, dass ich ihn von sich selbst erzählen lasse. Das ist auch mit Gott so. Solange wir nur versuchen, ihn von uns aus zu beschreiben, kommt es zu den oben genannten falschen Vorstellungen. Wenn wir wirklich wissen wollen, wie Gott ist, müssen wir ihn selbst in der Bibel zu Wort kommen lassen:

  1. Gott ist der Schöpfer der Welt
    Der Schöpfungsbericht in 1.Mose 1 und 2 sagt uns, dass Gott diese Welt geschaffen hat; er liefert aber keine wissenschaftliche Analyse, wie Gott dies getan hat. Wichtig ist das Bekenntnis: Gott ist der Schöpfer.
  2. Gott ist der Heilige
    Wenn die Bibel davon redet, wie Gott ist, verwendet sie den Begriff "heilig". "Gott ist heilig" kann man übersetzen mit: "Gott ist anders". Seine Barmherzigkeit, seine Liebe, seine Treue sind anders als menschliche Barmherzigkeit, Liebe oder Treue. Auch sein Zorn ist anders - eben heiliger Zorn. Gottes Heiligkeit ist absolut: Er allein ist heilig. Gottes Heiligkeit ist für den Menschen tödlich. Denn Gott kann nichts Unheiliges in seiner Nähe dulden. Alles Unheilige wird in seiner Nähe vernichtet (vgl. Jesaja 6).
  3. Gott ist mit uns unterwegs (Martin Buber: "Weggott")
    In 2.Mose 3,14 stellt sich Gott dem Mose mit seinem Namen vor. Auf Moses Frage, welchen Namen Gott habe, antwortete Gott: "Ich bin der 'Ich-bin-da'. Sage den Israeliten: Der 'Ich-bin-da' hat mich zu euch geschickt."Damit sagt der Name Gottes etwas über Gott und sein Wesen aus. Gott ist weder Theorie noch von Menschen ausgedacht, er ist kein tauber und unbeweglicher Opa. Gott ist lebendig, erfahrbar, flexibel und doch sich selbst treu. Er ist mit den Menschen unterwegs, damals und heute und lässt sie nicht allein. Schlicht und einfach: Gott ist da. Darum redet Martin Buber vom "Weggott". Ähnlich sagt es auch Jesus von sich in Matthäus 28,20: "Und das sollt ihr wissen: 'Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.'"
  4. Gott ist gnädig und barmherzig
    Eine häufig im Alten Testament vorkommende Beschreibung Gottes lautet: "Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte." (z.B. 2. Mose 34,6; Neh.9,17; Psalm 86,15; 103,8) Nur dieser Barmherzigkeit verdanken wir unser (Über-)leben. Nur weil Gott neben seiner verzehrenden Heiligkeit auch gnädig und barmherzig ist, hat er uns nicht wegen unserer Unheiligkeit vernichtet. Im Alten Testament stehen dafür die Opfer, durch die Israel Vergebung erfahren konnte. Im Neuen Testament steht dafür Jesus und sein Opfertod am Kreuz (vgl. Lektion 4).
  5. Gott ist der liebende Vater
    Bereits im Alten Testament wird Gott als Vater bezeichnet, z.B. in Jesaja 64,7: "Dennoch, Herr: Du bist unser Vater! Wir sind der Ton, du bist der Töpfer; wir alle sind von deiner Hand geschaffen." Dass Gott wie ein Vater ist wird damit unterstrichen, dass er auch der Schöpfer ist. Auch Jesus sprach von dem Gott, der sich als Vater liebevoll um seine Geschöpfe und Kinder sorgt, z.B. Matthäus 6,26: "Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte - aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm noch viel mehr wert als alle Vögel." Das Besondere an der Verkündigung Jesu war dabei, dass er die Menschen ermutigt, Gott als Vater direkt anzusprechen, sogar mit der sehr familiären Anrede "Papa" (auf aramäisch "Abba"). So schreibt das auch Paulus (Römer 8,15+16): "Weil sein Gottes Geist in uns lebt, sagen wir zu Gott: 'Abba! Vater!' Und Gottes Geist bestätigt unserm Geist, dass wir wirklich seine Kinder sind."
Wie wir Gott kennen lernen können

Gott hat den Menschen als sein Gegenüber geschaffen, als einen verantwortlichen Partner, mit dem er leben, reden und handeln will (1.Mose 1,26-28). ( Kommunikation mit Gott ist möglich (vgl. die Einheit über das Gebet). Gott wünscht sich auch, dass wir in einer Beziehung mit ihm leben: "Ich werde bei euch bleiben und euer Gott sein, und ihr werdet mein Volk sein." (3. Mose 26,12)

Aber wie können wir Gott kennen lernen bzw. erfahren?

  • Gott zeigt sich uns z.B. in der Schöpfung, wenn wir über Tiere, Pflanzen oder die komplizierten Abläufe in der Natur staunen. Wenn man offen dafür ist, kann man hinter der Schöpfung das Konzept des Schöpfers erkennen.
  • Gott zeigt sich uns in seinem Wort (vgl. Lektion 1). Darin können wir lesen wer und wie Gott ist. Dabei spielt der Zeitunterschied zwischen den alten Texten und uns keine Rolle, denn Gott verändert sich nicht.
  • Ganz besonders hat sich Gott in seinem Sohn gezeigt, in Jesus selbst (vgl. Lektion 4). Denn Jesus hat gesagt, worauf es Gott ankommt, und er hat es nicht nur gesagt, sondern selber gelebt. Darum sagt Jesus z.B. in Johannes 14,9: "Wer mich sieht, der sieht den Vater."
  • Mit Gott können wir reden, wie mit einem Freund oder wie mit einem Vater. Dabei wünscht er sich Ehrlichkeit und Offenheit und die Chance, auch in Ruhe zu uns reden zu können (vgl. Lektion 2)
  • Wir können Gott auch durch andere Menschen kennen lernen, denn in jedem Christen soll sich Gottes Herrlichkeit und Wesen widerspiegeln.
  • Gott ist um uns herum. Das zeigt z.B. die Geschichte von den Fischen im Meer: Die Fische eines Flusses sprachen zueinander: 'Man behauptet, dass unser Leben vom Wasser abhängt. Aber wir haben noch niemals Wasser gesehen. Wir wissen nicht, was Wasser ist.' Da sagten einige, die klüger waren als die anderen: 'Wir haben gehört, dass im Meer ein gelehrter Fisch lebt, der alle Dinge kennt. Wir wollen zu ihm gehen und ihn bitten, uns das Wasser zu zeigen.' So machten sich einige Fische auf und kamen auch endlich in das Meer und fragten den Fisch. Als der Fisch sie angehört hatte, sagte er: 'Oh ihr dummen Fische! Im Wasser bewegt ihr euch. Aus dem Wasser seid ihr gekommen, zum Wasser kehrt ihr wieder zurück. Ihr lebt im Wasser, aber ihr wisst es nicht.'"
Zum eigenen Weiterarbeiten

Hier sind verschiedene Texte angegeben, die von Gott oder über Gott berichten. Bitte lest jeden Tag einen Text und versucht, die Aussagen über Gott aufzuschreiben. Versucht, über diese Texte in Verbindung mit der Frage "Was bedeutet Gott für mein Leben?" nachzudenken.

  1. Tag - Psalm 103
  2. Tag - Lukas 15, 11-32
  3. Tag - Psalm 121
  4. Tag - 1. Johannes 4,9+10
  5. Tag - Jesaja 43,1-7
  6. Tag - Galater 4,4-7
  7. Tag - Psalm 139
    http://www.feg-dillenburg.info/was-wir-bieten/glaubensgrundkurs/3-gott/

Samstag, 19. März 2011

Unsere Welt ist eine der nuklearen Giganten und der ethischen Zwerge.

„Wir haben zu viele Männer der Wissenschaft, zu wenige Männer Gottes. Wir kennen das Geheimnis des Atoms und haben die Bergpredigt abgelehnt. Unsere Welt ist eine der nuklearen Giganten und der ethischen Zwerge. Wir wissen mehr über Krieg, als über den Frieden, mehr über das Töten, als über das Leben.“
Das Ausbleiben eines atomaren Holocaust ist wohl eher himmlischer Fügung als menschlicher Vorsicht zu danken. Das waren die Abschiedsworte von General Omar Bradley im November 1948 in Boston.
www.bibelkreis-muenchen.de

Samstag, 12. März 2011

Hast du mich lieb?

Johannes-Evangelium 21, 15-17
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?« Petrus gab ihm zur Antwort: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Lämmer!« (Johannes 21, 15)
Jesus fragte ihn ein zweites Mal: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Da sagte Jesus zu ihm: »Hüte meine Schafe!« (Johannes 21, 16)
Jesus fragte ihn ein drittes Mal: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn nun schon zum dritten Mal fragte: »Hast du mich lieb?« »Herr, du weißt alles«, erwiderte er. »Du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Schafe! (Johannes 21, 17)
Als kleiner Junge habe ich oft mit den Nachbarkindern auf unserem Bauernhof Cowboy und Indianer gespielt. Wir haben alles Mögliche benutzt, um Gewehre und Pistolen dazustellen, sei es ein Axtstiel oder einfach ein Stück Holz. Die Bögen haben wir aus Weidenstöcken gebaut und Pfeile aus Strohhalmen, wo wir vorne ein Stück von einem Fliederbast drauf setzten, der ist in der Mitte weich und somit lässt er sich einfach auf den Strohhalm drücken und er diente als Schutz vor den sonst recht sitzen Strohhalmpfeilen. Ohne diesem Aststück flogen die Pfeile aber viel weiter und besser und so hab ich sie auch einfach mal weg gelassen, dadurch kam es leider dazu, dass ich einem Nachbarsmädchen mal fast mit einem unkontrollierten Schutz ins Auge getroffen hätte, zum Glück traf sie der Pfeil ein paar Millimeter neben dem Auge, aber Ärger mit den Eltern gab es dennoch.
Vielleicht kennt ihr das auch, ab und zu wenn ihr einen Streifzug durch eurer Leben macht, wünscht ihr euch noch mal zurück, um anders zu reagieren, etwas anderes zu sagen oder, um es anders zu machen, als so wie ihr es gemacht habt.
Mir fallen da einige Sachen ein, die ich ganz sicher so nicht noch mal machen würde.
Einer davon ist das ich den Pfeil nicht auf meine Nachbarin geschossen hätte.
Ich kann mir vorstellen, wenn Petrus, der Jünger Jesu, über sein Leben nachgedacht hat, dann fällt ihm auch eine Sache ein, die er sehr gerne ändern würde.
Ich meine, er hat so viele tolle, außergewöhnliche Sachen mit Jesus erlebt: Petrus erlebte, wie Lahme wieder gehen konnten, Blinde wieder sehen, Taube wieder hören, wie 5000 Menschen nur mit 2 Fischen und 5 Broten satt wurden, er hörte Worte von Jesus, die voller Weisheit und Liebe steckten und er konnte mit der Hilfe Jesu auf dem Wasser stehen. Was für Hammer Erlebnisse, was für ein spannendes Leben.
Und doch gab es die eine Situation, für die er sich zutiefst geschämt hat.
Wenn man mit einen Menschen so viel erlebt, dann möchte man nicht dass es aufhört. Doch dann sprach Jesus plötzlich davon, dass man ihn verhaften und töten wird. Das konnte Petrus nicht akzeptieren, das wollte er nicht zulassen und so gab er Jesus sein Versprechen. „Herr und wenn alle sich von dir abwenden, ich niemals, ich würde mit dir ins Gefängnis, ja sogar in den Tod gehen.“
Wir kennen die Geschichte und was dann kommt. Jesus sagt Petrus, dass er ihn verleugnen wird und genau so passiert es dann ein paar Stunden später, dass Petrus dreimal behauptet: Ich kennen diesen Jesus nicht, ich hab nichts mit dem zu tun! Als der Hahn dann kräht weiß Petrus genau, was er getan hat und nicht nur das, er sieht, dass Jesus es auch weiß.
Sicherlich ist es leicht zu sagen. Dreimal hat Petrus, Jesus verleugnet, dreimal hat Jesus, Petrus seine Liebe zu ihm bestätigen lassen. Ich denke aber, dass Jesus, Petrus da berühren wollte, wo sein Tiefpunkt festsaß: in seinem Herzen! Und das hat Jesus geschafft, wie wir an der dritten Antwort sehen konnten.
Jesus hat sich um Petrus gekümmert. Petrus hatte Jesus verleugnet, wohl der Tiefpunkt seines Lebens, aber Jesus hat ihm verziehen und nicht nur das, er hat ihn gebraucht - und wie! Das können wir alles in der Apostelgeschichte nachlesen. Petrus hat den Auftrag angenommen und eine super Arbeit geleistet unter den ersten Christen.