Frankfurt am Main/Pleiku (idea) – Der evangelische vietnamesische Pastor Nguyen Cong Chinh ist am 28. April in seiner Heimatstadt Pleiku verhaftet worden. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main).
Ihm wird „Zerstörung der Solidaritätspolitik“ nach Artikel 87 des vietnamesischen Strafgesetzbuches vorgeworfen, weil er Propaganda-Dokumente hergestellt haben soll „mit dem Ziel, gegen die Volksregierung und die Sozialistische Republik Vietnam zu opponieren“. Nach Angaben der IGFM verleiht Chinh den verfolgten Christen und Angehörigen ethnischer Minderheiten in Zentralvietnam seit Jahren eine Stimme. Die IGFM fordert deshalb seine sofortige Freilassung. Der 42-jährige ist Vorsitzender des „Verbandes der Evangelischen Christen aus allen Ethnien in Vietnam“ (VPEF), eines Zusammenschlusses verschiedener evangelischen Hauskirchen im zentralvietnamesischen Hochland. Die Regierung drangsaliert diese Organisation, die in ihren Augen eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt. Pastor Chinh geriet ins Visier des vietnamesischen Staatsicherheitsdienstes als er 1988 damit begann, sich für diskriminierte Christen einzusetzen. In einem Bericht aus dem Jahr 2008, zog er eine Bilanz der Repressalien gegen ihn: „Seit 20 Jahren lebe ich ohne Familienregistrierkarte und Personalausweis, wurde 286 Mal verhört, 19 Mal körperlich angegriffen, sechs Mal verhaftet, 56 Mal aus der Wohnung ausgewiesen. Zweimal wurde mein Haus, das als Kapelle diente, dem Erdboden gleich gemacht. Man hat meine Papiere, 259 Bibeln, zwei Motorräder und vier Handys beschlagnahmt. Meine ganze Familie lebt ohne Registrierungspapiere.“
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