Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. 1. Johannes 4,8
Die Liebe ist die göttliche Eigenschaft, mit der sich Gott zum Menschen hinwendet, um sich mit ihm zu verbinden. Diese Liebe ist völlig frei und steht unter keinem Zwang. Gott ist in sich selbst vollselig. In absoluter Freiheit fasst er den Entschluss, auf sein gefallenes Geschöpf zuzugehen.
Der göttliche Ratschluss, den Gott in Christus gefasst hat, gibt der Liebe erst ihr Objekt. Wir finden Christus nicht zufällig am Wege der Menschheit stehen, sondern in Christus ist der Ratschluss von Ewigkeit her gefasst. Gerade darum wird die Liebe von keiner anderen Eigenschaft eingeschränkt. Wo liebende Menschen parteiisch werden, bleibt Gott frei. Wo Liebe Menschen blind macht, bleibt Gott gerecht. Gottes Liebe ist selbst heilig und gerecht. Darum sorgt die Liebe Gottes für den Menschen zuerst für Gerechtigkeit - erst dadurch kann das Geschöpf mit dem Schöpfer in Verbindung treten und bei ihm bleiben.
Gott ist auch als Liebender gerecht und heilig. Derselbe, welcher liebt, der ganz Liebe ist, erweist sich auch - ohne an seinem liebenden Wesen Einbusse zu erleiden -- als den Gerechten und Heiligen. So allein kommt ein richtiges Verhältnis zwischen den einzelnen Eigenschaften zustande. Eduard Böhl, Dogmatik § 14.
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