Wenn man Menschen fragt, wie Gott ist, bekommt man ganz unterschiedliche Antworten: - Gott ist wie ein Polizist
Gott passt auf, dass seine Regeln eingehalten werden. Regelverstöße werden bestraft. (Kontrolle) - Gott ist ein Wunscherfüllungsautomat
Wenn jemand etwas braucht, kommt er her, wirft oben ein Gebet als Münze ein und erwartet unten seinen Wunsch. - Gott ist ein Opa (Guter Opa Total Taub)
Sehr menschliche Vorstellung: Alt und weise, aber auch schwerhörig, unbeweglich, starrsinnig, intolerant, ... - Gott ist eine Höhere Macht (unbestimmt)
An eine höhere Macht muss dann doch irgendwie glauben, es kann doch nicht alles Zufall sein auf dieser Welt. Aber diese höhere Macht hat keine persönlichen Züge. - Gott ist der Sündenbock
Wenn einer an dem ganzen Elend auf dieser Welt Schuld ist, dann Gott. Wenn es ihn gibt, warum lässt er dann alles Leid und Unrecht auf dieser Welt zu? - Gott ist das Produkt unserer Träume
In der Realität gibt es Gott nicht. Er lebt nur in einer frommen Traumwelt. Religiös veranlagte Menschen stellen sich Gott nur vor, um ein spirituelles Gegenüber zu haben. Einen Gott kann es doch in Wirklichkeit nicht geben.
Um etwas von einem Menschen zu wissen, muss ich ihn kennen lernen. Am Besten geschieht das so, dass ich ihn von sich selbst erzählen lasse. Das ist auch mit Gott so. Solange wir nur versuchen, ihn von uns aus zu beschreiben, kommt es zu den oben genannten falschen Vorstellungen. Wenn wir wirklich wissen wollen, wie Gott ist, müssen wir ihn selbst in der Bibel zu Wort kommen lassen:
- Gott ist der Schöpfer der Welt
Der Schöpfungsbericht in 1.Mose 1 und 2 sagt uns, dass Gott diese Welt geschaffen hat; er liefert aber keine wissenschaftliche Analyse, wie Gott dies getan hat. Wichtig ist das Bekenntnis: Gott ist der Schöpfer. - Gott ist der Heilige
Wenn die Bibel davon redet, wie Gott ist, verwendet sie den Begriff "heilig". "Gott ist heilig" kann man übersetzen mit: "Gott ist anders". Seine Barmherzigkeit, seine Liebe, seine Treue sind anders als menschliche Barmherzigkeit, Liebe oder Treue. Auch sein Zorn ist anders - eben heiliger Zorn. Gottes Heiligkeit ist absolut: Er allein ist heilig. Gottes Heiligkeit ist für den Menschen tödlich. Denn Gott kann nichts Unheiliges in seiner Nähe dulden. Alles Unheilige wird in seiner Nähe vernichtet (vgl. Jesaja 6). - Gott ist mit uns unterwegs (Martin Buber: "Weggott")
In 2.Mose 3,14 stellt sich Gott dem Mose mit seinem Namen vor. Auf Moses Frage, welchen Namen Gott habe, antwortete Gott: "Ich bin der 'Ich-bin-da'. Sage den Israeliten: Der 'Ich-bin-da' hat mich zu euch geschickt."Damit sagt der Name Gottes etwas über Gott und sein Wesen aus. Gott ist weder Theorie noch von Menschen ausgedacht, er ist kein tauber und unbeweglicher Opa. Gott ist lebendig, erfahrbar, flexibel und doch sich selbst treu. Er ist mit den Menschen unterwegs, damals und heute und lässt sie nicht allein. Schlicht und einfach: Gott ist da. Darum redet Martin Buber vom "Weggott". Ähnlich sagt es auch Jesus von sich in Matthäus 28,20: "Und das sollt ihr wissen: 'Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.'" - Gott ist gnädig und barmherzig
Eine häufig im Alten Testament vorkommende Beschreibung Gottes lautet: "Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte." (z.B. 2. Mose 34,6; Neh.9,17; Psalm 86,15; 103,8) Nur dieser Barmherzigkeit verdanken wir unser (Über-)leben. Nur weil Gott neben seiner verzehrenden Heiligkeit auch gnädig und barmherzig ist, hat er uns nicht wegen unserer Unheiligkeit vernichtet. Im Alten Testament stehen dafür die Opfer, durch die Israel Vergebung erfahren konnte. Im Neuen Testament steht dafür Jesus und sein Opfertod am Kreuz (vgl. Lektion 4). - Gott ist der liebende Vater
Bereits im Alten Testament wird Gott als Vater bezeichnet, z.B. in Jesaja 64,7: "Dennoch, Herr: Du bist unser Vater! Wir sind der Ton, du bist der Töpfer; wir alle sind von deiner Hand geschaffen." Dass Gott wie ein Vater ist wird damit unterstrichen, dass er auch der Schöpfer ist. Auch Jesus sprach von dem Gott, der sich als Vater liebevoll um seine Geschöpfe und Kinder sorgt, z.B. Matthäus 6,26: "Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte - aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm noch viel mehr wert als alle Vögel." Das Besondere an der Verkündigung Jesu war dabei, dass er die Menschen ermutigt, Gott als Vater direkt anzusprechen, sogar mit der sehr familiären Anrede "Papa" (auf aramäisch "Abba"). So schreibt das auch Paulus (Römer 8,15+16): "Weil sein Gottes Geist in uns lebt, sagen wir zu Gott: 'Abba! Vater!' Und Gottes Geist bestätigt unserm Geist, dass wir wirklich seine Kinder sind."
Gott hat den Menschen als sein Gegenüber geschaffen, als einen verantwortlichen Partner, mit dem er leben, reden und handeln will (1.Mose 1,26-28). ( Kommunikation mit Gott ist möglich (vgl. die Einheit über das Gebet). Gott wünscht sich auch, dass wir in einer Beziehung mit ihm leben: "Ich werde bei euch bleiben und euer Gott sein, und ihr werdet mein Volk sein." (3. Mose 26,12)
Aber wie können wir Gott kennen lernen bzw. erfahren?
- Gott zeigt sich uns z.B. in der Schöpfung, wenn wir über Tiere, Pflanzen oder die komplizierten Abläufe in der Natur staunen. Wenn man offen dafür ist, kann man hinter der Schöpfung das Konzept des Schöpfers erkennen.
- Gott zeigt sich uns in seinem Wort (vgl. Lektion 1). Darin können wir lesen wer und wie Gott ist. Dabei spielt der Zeitunterschied zwischen den alten Texten und uns keine Rolle, denn Gott verändert sich nicht.
- Ganz besonders hat sich Gott in seinem Sohn gezeigt, in Jesus selbst (vgl. Lektion 4). Denn Jesus hat gesagt, worauf es Gott ankommt, und er hat es nicht nur gesagt, sondern selber gelebt. Darum sagt Jesus z.B. in Johannes 14,9: "Wer mich sieht, der sieht den Vater."
- Mit Gott können wir reden, wie mit einem Freund oder wie mit einem Vater. Dabei wünscht er sich Ehrlichkeit und Offenheit und die Chance, auch in Ruhe zu uns reden zu können (vgl. Lektion 2)
- Wir können Gott auch durch andere Menschen kennen lernen, denn in jedem Christen soll sich Gottes Herrlichkeit und Wesen widerspiegeln.
- Gott ist um uns herum. Das zeigt z.B. die Geschichte von den Fischen im Meer: Die Fische eines Flusses sprachen zueinander: 'Man behauptet, dass unser Leben vom Wasser abhängt. Aber wir haben noch niemals Wasser gesehen. Wir wissen nicht, was Wasser ist.' Da sagten einige, die klüger waren als die anderen: 'Wir haben gehört, dass im Meer ein gelehrter Fisch lebt, der alle Dinge kennt. Wir wollen zu ihm gehen und ihn bitten, uns das Wasser zu zeigen.' So machten sich einige Fische auf und kamen auch endlich in das Meer und fragten den Fisch. Als der Fisch sie angehört hatte, sagte er: 'Oh ihr dummen Fische! Im Wasser bewegt ihr euch. Aus dem Wasser seid ihr gekommen, zum Wasser kehrt ihr wieder zurück. Ihr lebt im Wasser, aber ihr wisst es nicht.'"
Hier sind verschiedene Texte angegeben, die von Gott oder über Gott berichten. Bitte lest jeden Tag einen Text und versucht, die Aussagen über Gott aufzuschreiben. Versucht, über diese Texte in Verbindung mit der Frage "Was bedeutet Gott für mein Leben?" nachzudenken.
- Tag - Psalm 103
- Tag - Lukas 15, 11-32
- Tag - Psalm 121
- Tag - 1. Johannes 4,9+10
- Tag - Jesaja 43,1-7
- Tag - Galater 4,4-7
- Tag - Psalm 139
http://www.feg-dillenburg.info/was-wir-bieten/glaubensgrundkurs/3-gott/
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