Mittwoch, 27. April 2011

Ich habe keine Zeit

Dieses Satz ist so trostlos. Und doch haben wir ihn ständig auf der Zunge. Wir sprechen ihn vor, wenn unangenehme Fragen drohen. Im Moment bedauern wir es bestimmt, wenn wir keine Zeit haben. Das, was jetzt alternativ sehr viel schöner wäre, lockt natürlich. Da wir ständig etwas erleben wollen, rennen wir mit im Wettlauf des Vergnügens, der Zerstreuung und Unterhaltung, haben wir dafür eben Zeit und für viel anderes nicht. Würden wir denn mit mehr Zeit etwas anzufangen wissen? Wenn sie einfach so da wäre, ohne ein Angebot im Schlepptau, sie gleich wieder totzuschlagen? Ist sie uns dann nicht sogleich fast eine Drohung? Nicht gefüllte Zeit scheint vielen eine Art Drohung der Leere zu sein.
Wir laufen heute Gefahr, vor lauter Dringlichkeit das Wichtige aus den Augen zu verlieren, ja das Dringliche ungeprüft als das Wichtige anzusehen und uns davon bestimmen zu lassen.
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“ (Die Bibel, Psalmen, Kapitel 90, Vers 12). Wer in Rummel, Unruhe, Arbeit und Getriebensein flieht, handelt unbedacht. Leben wir auf ein Ende zu, bei dem sowieso alles vorbei ist oder auf ein Weiterleben nach dem Tod hin? Die Antwort darauf beeinflusst sehr stark meinen Alltag und wie ich mit meiner Zeit umgehe.
In der Bibel wird eine Geschichte erzählt von einem römischen Prokurator. Der hatte den Auftrag, den gefangenen Apostel Paulus zu verhören. Das wurde ein sehr seltsames Verhör, denn der Angeklagte redete einmal von dem zukünftigen Gericht Gottes, vor dem auch der Prokurator erscheinen müsse, und dann sprach er von JESUS, dem gekreuzigten Gottes Sohn, der Sünder vom Gericht erretten kann. Als der Prokurator das hörte wurde er sehr unruhig und sagte: "Wenn ich gelegene Zeit habe, wollen wir weiterreden", und dann liess er den Paulus wieder abführen. Genauso könnte der Mensch von heute sprechen. Wie anders würde unser Leben sein, wenn wir uns morgens in der Früh Zeit nähmen, ein paar Verse ganz still in der Bibel zu lesen und unser Herz im Gebet vor Gott auszuschütten. Wie anders würden unsere Sonntage sein, wenn wir uns Zeit nähmen mit der Gemeinde Gott anzubeten, Sein Wort zu hören. Jetzt ist die angenehme Zeit. Jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt hat Gott ungeheuer viel Zeit für uns. ER wartet auf uns. Nutzen wir doch diese Zeit.

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